Wie beantrage ich einen Pflegegrad?
Der Pflegegrad ist der Schlüssel zu fast allen Leistungen der Pflegekasse. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie ihn beantragen, wie die Begutachtung abläuft und wie Sie sich optimal auf den Termin vorbereiten.
Warum der Pflegegrad so wichtig ist
Ob Pflegegeld, Sachleistung, Verhinderungspflege oder Entlastungsbetrag: Fast alle Leistungen setzen einen anerkannten Pflegegrad voraus. Je höher der Pflegegrad, desto mehr Unterstützung steht Ihnen zu. Der Antrag ist kostenlos – und Sie können ihn selbst stellen, ohne Formular-Vorwissen.
Wichtig zu wissen: Die Leistungen werden rückwirkend ab dem Monat der Antragstellung gezahlt. Es lohnt sich also, den Antrag früh zu stellen, sobald ein Unterstützungsbedarf absehbar ist.
In 4 Schritten zum Pflegegrad
Antrag stellen
Ein formloser Anruf oder ein kurzer Brief an die Pflegekasse genügt: „Ich beantrage Leistungen der Pflegeversicherung." Die Kasse schickt Ihnen die Unterlagen zu.
Termin erhalten
Der Medizinische Dienst (MD) meldet sich für einen Begutachtungstermin bei Ihnen zu Hause – meist innerhalb weniger Wochen.
Begutachtung
Eine Gutachterin oder ein Gutachter schaut sich Ihren Alltag an und stellt fest, wie selbstständig Sie ihn noch bewältigen.
Bescheid
Die Pflegekasse teilt Ihnen den Pflegegrad schriftlich mit. Ab dann können Sie die zustehenden Leistungen abrufen.
Was der Medizinische Dienst beurteilt
Bewertet wird nicht die Diagnose, sondern die Selbstständigkeit im Alltag – über sechs Lebensbereiche hinweg.
Mobilität
Aufstehen, Gehen, Treppensteigen, Fortbewegen in der Wohnung.
Kognitive Fähigkeiten
Orientierung, Erinnern, Verstehen und Entscheiden im Alltag.
Verhalten & Psyche
Umgang mit Ängsten, Unruhe oder anderen psychischen Belastungen.
Selbstversorgung
Waschen, Anziehen, Essen, Trinken und Toilettengang.
Umgang mit Krankheit
Medikamente, Arzttermine und Umgang mit Therapien.
Alltag & Kontakte
Tagesgestaltung, soziale Kontakte und Beschäftigung.
Tipps für den Begutachtungstermin
Viele Menschen zeigen sich beim Termin „von der besten Seite" – und schildern ihren Bedarf dadurch zu gering. Mit dieser Vorbereitung stellen Sie die Situation realistisch dar:
- Führen Sie vorab einige Tage ein kurzes Pflegetagebuch: Was fällt schwer, wobei wird Hilfe gebraucht, wie lange dauert es?
- Beschönigen Sie nichts. Schildern Sie den Alltag an einem durchschnittlichen Tag – nicht an einem besonders guten.
- Legen Sie Arztbriefe, Medikamentenpläne und Hilfsmittel bereit.
- Bitten Sie eine vertraute Person dazu, die den Alltag kennt und ergänzen kann.
- Notieren Sie vorab Ihre Fragen, damit im Termin nichts untergeht.
Sind Sie mit dem Ergebnis nicht einverstanden, können Sie innerhalb der im Bescheid genannten Frist Widerspruch einlegen.
Gut zu wissen
Wenn der Pflegegrad steht
Ist der Pflegegrad anerkannt, geht es an die Leistungen. Ein guter nächster Schritt ist unsere kostenlose Pflegeberatung. Danach lohnt ein Blick auf die Verhinderungspflege und den Entlastungsbetrag nach § 45b.
- Pflegegrad 2–5
- Medizinischer Dienst (MD)
- Kostenlose Beratung
Wir begleiten Sie durch den Antrag
Sie müssen den Weg zum Pflegegrad nicht allein gehen. Wir beraten Sie kostenlos, helfen beim Antrag und bereiten den Begutachtungstermin mit Ihnen vor.
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